Neu: Lipoletic als spezielle Sportform beim Lipödempatienten

Unterschiedliche Ursachen können zu Beschwerden beim Lipödem führen: Neben schmerzhaftem Fettgewebe führt eine Achsenfehlstellung der Beine häufig zu einer Überbeanspruchung der Muskulatur und der Gelenke, was wiederum den Schmerz verstärkt. Die meisten Lipödempatienten bewegen sich als Konsequenz noch weniger, was den Schmerz zusätzlich verstärkt.

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Schmerzen aufgrund eines Lipödems sind also viel komplexer als ursprünglich gedacht. Viele Ärzte behandeln in der Regel nur das krankhafte Fett und vergessen die Problematik des Bewegungsapparates. Dies erklärt, weshalb viele Lipödemkranke trotz Kompressionstherapie und Lymphdrainage immer noch an Schmerzen leiden.

Gemeinsam mit Betroffenen haben Physiotherapeuten nun ein Konzept entwickelt, welches am Bewegungsapparat selbst ansetzt, lipoletic genannt. Hierbei handelt es sich um eine ganz spezielle Bewegungstherapie: Mit langsamen, einfachen Übungen werden die Muskeln gekräftigt, Bänder gedehnt und überbeanspruchte Gelenke entlastet. Dieses Übungsprogramm ist perfekt auf die Bedürfnisse von Lipödempatienten abgestimmt und besteht aus Boden Yoga, Krafttraining mit dem Bambusstab, Sessel Yoga sowie GeoVital. Letzteres besteht aus ganz speziell zusammengestellten Grundübungen, die zu vermehrter Beweglichkeit, Fasziendehnung, Kraft und Koordination führen. Bereits nach wenigen Sitzungen spüren Betroffene: die Schmerzen lassen nach.

Lipoletic kann jederzeit zu Hause durchgeführt werden. Ab sofort wird die LIPÖDEMCLINIC zudem exklusiv lipoletic an verschiedenen Standorten in der Schweiz in Gruppenklassen anbieten. Wir wünschen viel Spass beim Trainieren!

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Neue Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie

Gerade kürzlich erschienen die neuen Leitlinien „Lipödem“ der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie (DGP).

Wie diesen Leitlinien entnommen werden kann empfiehlt die Gesellschaft in allen Stadien der Erkrankung die Liposuktion als eine wirkungsvolle Methode. Das sollte neuen Mut geben, es doch bei den Krankenkassen mit einem Kostengutsprachengesuch zu versuchen.

Vortrag „Ernährungsverhalten vor und nach dem Ausbruch des Lipödems“ am 14. April 2015

Sehr geehrte Damen und Herren
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Ich möchte Sie herzlichst zu meinem Vortrag zum Thema „Ernährungsverhalten vor und nach dem Ausbruch des Lipödems“ einladen.
 
unnamedIch habe über dieses interessante Thema meine Diplomarbeit geschrieben und dabei 51 Frauen, die alle vom Lipödem betroffen sind, befragt. Gerne möchte ich Sie an den Ergebnissen teilhaben lassen.
 
Der Anlass ist kostenlos, ich freue mich auf zahlreiche Anmeldungen (Heidi Schmid, Tel. 079 371 72 83 oder schmid.heidi@gmx.ch). Im Anschluss findet ein gemütlicher Austausch unter uns Lipödem-Betroffenen statt.
 
  • Wann: Dienstag, 14. April 2015
  • Uhrzeit: Von 20.00 bis ca. 21.00 Uhr dauert der Vortrag, anschliessend findet ein gemütlicher Austausch unter uns Lipödem-Betroffenen statt.
  • Wo: Zürcherstrasse 75, 7320 Sargans. Restaurant Sarganserhof (1. Stock), Treppe auf rechter Seite benutzen, Seminarraum „Kuntergsund“.
  • Referentin: Heidi Schmid-Ackermann, Ernährung-Psychologische Beraterin IKP, www.pebs.ch

Dr. Linde gratuliert zur Gründung der „Vereinigung Lipödem Schweiz“

Am 31. Mai 2014 erfolgte die Gründung der „Vereinigung Lipödem Schweiz“, einer Interessengemeinschaft von Lipödem-Betroffenen. Diese neue Gruppe ging aus den Lipödem Selbsthifegruppen hervor, die nun zentral organisiert werden. Die erste Präsidentin wurde Frau Heidi Schmid, Initiantin der ersten Selbsthilfegruppe Lipödem, die vor zwei Jahren im Rheintal entstand.

Dr. med. Nikolaus Linde, Präsident der Lipödem Liga Schweiz, freut sich über diese weiteren Schritte, die das Krankheitsbild Lipödem bekannt machen helfen. Informationen unterhttp://www.lipoedem-schweiz.ch, hier finden sich auch die Daten der einzelnen regionalen Selbsthilfegruppen.

NEU: Selbsthilfegruppe Lipödem

Ganz neu hat eine betroffene Patientin eine Selbsthilfegruppe zum Thema Lipödem gegründet. Diese Gruppe trifft sich regelmässig in der Ostschweiz und soll die Möglichkeit zum Austausch von Erfahrungen, Informationen sowie Adressen anregen. Das Ziel ist, dass sich auch in anderen Kantonen derartige Gruppen bilden. Frau Heidi Schmid (079 371 72 83) oder auch die Lipödem Liga Schweiz  sind hierbei gerne unterstützend dabei.

Lipödem − die Entartung (m)eines Körpers

„Alles begann am 6. März 2011; ich werde dieses Datum wohl nie wieder vergessen können.

An diesem Tag war alles anders. Meine Unterschenkel schmerzten so stark, dass jede Berührung zur Qual wurde. Ich hoffte, die Schmerzen würden im Laufe der Zeit nachlassen, doch Tage vergingen… dann Wochen… und nichts passierte. Die Schmerzen wurden immer stärker, meine Beine und der Bauch waren angeschwollen, und es gesellte sich ein deftiger Spannungsschmerz hinzu. Meine Hosen platzten aus allen Nähten, ohne dass sich mein Essverhalten geändert hatte. Im Gegenteil, seit meiner Ausbildung zur Ernährungsfachfrau ernährte ich mich noch gesünder als zuvor! Bei meinem nächsten Arztbesuch konnte ich meinen Augen nicht trauen, als ich sah, dass ich innerhalb von fünf Wochen 6 Kilos zugenommen hatte.

LipödemleidenJeden Tag ging ich trotz Schmerzen eine Stunde spazieren und ass immer weniger. Mein Arzt schaute sich die Beine an und verschrieb mir Lymphdrainagen. Diese nahmen für ein paar Stunden den Spannungsschmerz, sorgten aber nicht nachhaltig für eine Linderung. Auf Anraten meiner Physiotherapeutin suchte ich im September 2011 einen Spezialisten auf, der nach einer genauen Untersuchung meiner Lymph- und Blutgefässe schnell diagnostizierte: „Sie haben eindeutig ein Lipödem im 1. Stadium.“

Ich hätte heulen können. Genau das wollte ich nicht hören, denn die Diagnose machte mir eine Riesenangst. Ich empfand eine extreme Wut auf meinen Körper: Was soll das? Warum ich?

Drei Wochen später probierte ich die erste, speziell für mich angefertigte Kompressionshose. Flachgestrickt, Klasse 2. Sie reichte von meinen Füssen bis zur Taille. Um diese monströsen Strumpfhosen überhaupt anziehen zu können, benötigte ich griffige Gummihandschuhe. Ich brach noch vor der Spezialistin in Tränen aus − ich konnte mir um alles in dieser Welt nicht vorstellen, dieses einengende „Korsett“ tagtäglich unter den Alltagskleidern tragen zu müssen.

KompressionshoseMir wurde jedoch sehr bald klar, dass sich ohne diese Kompressionshose mein Körper − den ich mittlerweile nicht mehr als zu mir gehörig empfand − völlig entarten würde. Ich fühlte mich komplett machtlos. Kein Sport und keine Diät hilft, denn die Fettvermehrung ist krankhaft und beeinträchtigt wie in meinem Fall mit der Zeit auch den Abfluss der Lymphflüssigkeit. Ich konnte nur noch 1-2 Mal am Tag ein wenig Urin lösen und litt unter starker Verstopfung. Durch die Wassereinlagerungen in den Beinen und auch im Bauch wurden einfache Aktivitäten wie Treppen steigen oder bergaufwärts gehen zur Qual.

Die Symptome wurden durch die Kompression sowie die vorgängige Lymphdrainage zwar etwas gemildert, doch hatte ich trotzdem starke Schmerzen, nachdem ich die Kompressionshose einige Stunden getragen hatte. So musste ich die Hose jeden Nachmittag für zwei Stunden ausziehen und mich hinlegen, damit sich in den Beinen kein Wasser ansammeln konnte.

All dies war sehr unbefriedigend, und so erkundigte ich mich nach einem Arzt, der das krankhafte Fett mittels einer Liposuktion absaugen konnte. Die Operation musste ich selber bezahlen, weil die Krankenkassen das Lipödem als ein „ästhetisches Problem“ einstufen − einfach unglaublich! Der Eingriff ist sehr gut verlaufen, und die Schmerzen in den Beinen sowie die Schwellungen sind seither weg. Damit das Ergebnis erhalten bleibt, wurde mir empfohlen, die Kompression weiterhin tagsüber zu tragen (was im Sommer sehr schwierig ist).

Wer unter einem Lipödem leidet, braucht sehr viel Eigeninitiative. Ich habe viel Recherche betrieben hinsichtlich dieser Erkrankung und deshalb die richtigen Fachleute gefunden. Die Hilfestellung der Ärzte war dürftig − dies muss sich ändern.

Seit Mai 2012 baue ich nun eine Selbsthilfegruppe auf mit dem Ziel, Ärzte zu sensibilieren, damit frühzeitig mit adäquaten Behandlungen begonnen werden können. So kommen Krankenkassen nicht mehr darum herum, das Lipödem als eine anerkannte Krankheit in ihrem Katalog aufzunehmen und die entstehenden Kosten zu übernehmen.“

Heidi Schmid

Die Fettabsaugung des Lipödems – bald ein Eingriff der Krankenkasse?

Anbei ein Fall, wo die Krankenkasse die Operation des Lipödemes nicht bezahlen will, letztendlich aber doch muss. Interessant ist hierbei die Argumentation der Richter. Gerichtsurteile wie diese, wenn auch in Deutschland, machen Mut, den Gang vor Gericht zu wagen, wenn die Krankenkasse nicht bezahlen will.

Lipödem an beiden Beinen – Krankenkasse lehnte die Kosten vorerst ab

Sozialgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 26.02.2004 – S30/25 KR 2369/02 –

Eine noch relativ junge Frau litt an beiden Beinen unter einem Lipödem, das auch Reiterhosen oder Säulenbein genannt wird. Es handelt sich um eine ungewöhnliche Fettanhäufung, bei dieser Patientin an beiden Beinen, die mit einer starken Hämatomneigung (Bluterguss) einhergeht. Die Krankheit betrifft vorwiegend Frauen, es wird eine genetische Ursache vermutet. Es ist nicht nur das Schönheitsbild der Beine, das gravierend darunter leidet, sondern es befinden sich in diesem Gewebe starke Wassereinlagerungen, die zu starkem Druckgefühl führen. Die Patientin wollte von ihrer Krankenkasse eine Liposuktion, also eine Fettabsauung, bezahlt bekommen. Da diese sich aber nicht im Leistungskatalog befindet, lehnte die Krankenkasse ab. Sie müsste die Behandlung (EUR 5212) selbst bezahlen. Die Frau hatte dieses Geld nicht und ging vor Gericht, wo die Krankenkasse letztendlich die Kosten übernehmen musste.

Die Krankenkasse berief sich mit ihrer Weigerung darauf, dass die Liposuktion eine neuartige Behandlungsmethode wäre und der Bundesausschuss der Krankenkassen diese Behandlung nicht anerkannt hat, weswegen sie auch nicht im Leistungskatalog stehe. Da die Krankheit der Klägerin sehr selten sei, befand das Gericht nach Lesen des Gutachtens, dass es sich durchaus um eine seriöse Methode handelt. Alternativtherapien gäbe es nicht und das dauerhafte Tragen von Kompressionsstrümpfen trage nicht zur Heilung bei, sondern diene nur dem Schönheitsbild. Durch das Leiden der Patienten sei eine Behandlung dringend erforderlich.

Ein Lipödem ist zu verstehen als eine Vermehrung von Unterhautfettgewebe und Ödem, vorwiegend an Ober-und Unterschenkeln. Die seltene Erkrankung tritt fast nur bei Frauen auf, die genaue Ursache ist unklar. Bei nicht zu sehenden Lipödemen, die beschwerdefrei sind, macht eine Therapie keinen Sinn, während stark hervorstechende Lipödeme professionell behandelt werden müssen. Eine der Therapien ist das Anpassen eines Kompressionsstrumpfes, der meist ein Leben lang getragen werden muss. Es ist nachgewiesen, dass eine Fettabsaugung mit einer dünnen Kanüle die beste Methode ist, auch in Anbetracht der Schonung der Lymphgefäße.

Festgestellt wurde außerdem, dass Diäten und Abmagerungskuren in diesem Fall nichts bringen, auch eine Entwässerungstherapie bleibe offen. Infolgedessen musste die Gmünder Ersatzkasse die Kosten für eine Fettabsaugung aufgrund des bestehenden Lipödems übernehmen, da auch hinsichtlich von Alternativtherapien nichts in Frage komme. Die Klägerin habe Anrecht auf Kostenerstattung wegen Systemversagen, die Voraussetzungen waren gegeben.